Beitragsfreistellung der betrieblichen Altersvorsorge

Können die Beiträge für die Betriebsrente nicht mehr aufgebracht werden, spricht man von der Beitragsfreistellung.

Leiharbeiter, Saisonarbeiter oder Angestellte, die zwischenzeitlich arbeitssuchend sind – alle haben eines gemeinsam: Es kann passieren, dass ein Vertrag für die Betriebsrente abgeschlossen wurde, der zwischenzeitlich nicht weiterbezahlt werden kann.

Um den Vertrag nicht kündigen zu müssen und um nicht auf staatliche Zulagen oder Verzinsung verzichten zu müssen, wurde die Beitragsfreistellung eingeführt. Das bedeutet, der Vertrag bleibt bestehen und auch der Ablauftermin, der bei der betrieblichen Altersvorsorge so gestaltet ist, dass der Angestellte das 60., das 65. oder auch das 67. Lebensjahr erreicht hat, bleibt bestehen. Allerdings werden vorübergehend keine Beiträge vom Angestellten und vom Arbeitgeber einbezahlt.

Damit wird deutlich, dass sich die letztendliche Versicherungssumme so verringert, dass die beitragsfreie Zeit berücksichtigt wird. Jede Versicherung hat eine so genannte Garantiewertetabelle. Hier ist festgelegt, wie viel Rente der Angestellte im Versicherungsfall, also beim Eintritt in den Ruhestand, garantiert bekommt. Diese Tabellen sind so kalkuliert, dass beitragsfreie Versicherungsjahre berücksichtigt werden. Wer so eine Tabelle zu Gesicht bekommt und die komplette Laufzeit über einbezahlt, wird sicherlich mehr Rente zur Verfügung haben, als diese Tabelle preisgibt.

Das Versicherungsvertragsgesetzt erlaubt jedem Versicherungsnehmer, also im Falle der Betriebsrente jedem Arbeitnehmer, dass das Ende der Versicherungslaufzeit beitragsfrei gestaltet wird. Angenommen, die Versicherung kündigt dem Angestellten aufgrund rückständiger Beitragszahlungen den Vertrag, so sind auch die restlichen Laufzeitmonate bis zur Wirksamkeit der Kündigung beitragsbefreit.

Kurzzeitige Zahlungsunfähigkeit kann also zum Glück mithilfe der Beitragsfreistellung überbrückt werden – nur reden muss der Versicherte mit der Versicherung selbst.